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Presseartikel
Bolivien Hilfe
(Leipziger Volkszeitung vom 03.01.2008, Norbert Wehrstedt)
Die Luft drückt mit 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und 40 Grad schwül, der Fluss ist bisweilen tückisch, die Fahrt lang. Ilka Sohr und Torsten Roder unterwegs auf dem Quiquibey in Bolivien. Eine Reise aus der Zivilisation in eine archaische Welt.
Eine Hand voll Leute im wackeligen Holzboot, die ärztliche Hilfe in abgelegenen Urwald - Dörfer bringen, gesammelt von Regenzeit e.V. Es regnet. Es gibt Nudelauflauf. Das Schaukeln im Boot macht seekrank. Versorgt wird nur mit dem Notwendigsten. Was kann man schon groß für eine schwangere 54-Jährige tun? Einem Jungen wird ein eitriger Abszess am Kopf entfernt und die Wunde genäht - beides ohne Narkose. Allein das Zusehen schmerzt.
Aber es gibt auch bereits Hilfe, die Selbsthilfe angestoßen hat. Eine Familie presst einen besonderen Heilsaft, der in Europa begehrt ist. Eine Initiative der beiden Reiseleiter aus Chemnitz. Nun haben sie eine Station für Tierkinder eingerichtet. Nun denken sie bereits an eine Rückkehr - mit Moskitonetzen, Wasseraufbereitungs-Anlagen.
Tropfen auf den heißen Stein - und doch Hilfe für Dörfler, denen sonst niemand Helfen würde. Ulrich Mayer und Andre Seifert haben die Dschungelsachsen begleitet und eine Reportage mitgebracht, die so unspektakulär erzählt wie die Chemnitzer helfen. Kein Gefahren-Aufplustern, sondern mehr nüchternes, informatives Erzählen und stilles Beobachten.
Sehr angenehm.
