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Projekte in Südamerika

Wildtierstation

2006

1. Problembeschreibung

Durch die Ausweitung von Dörfern und Gemeinden in der Amazonasregion wird der natürliche Lebensraum der Wildtiere durch Ackerbau, Holzeinschlag und Jagd immer stärker eingeschränkt. In der Región Rurrenabaque ist diese Konfliktsituation ebenso präsent. Die Region ist ökonomisch geprägt von Ackerbau, Holzwirtschaft und Tourismus, die Kleinstadt selbst ist flankiert von dem Naturschutzgebiet Pilón Lajas und dem Nationalpark Madidi. Infolge der Wildtierjagd zur Lebensmittelversorgung bleiben oft die Welpen der getöteten Tiere bei den Familien der Jäger, wo sie versorgt und aufgezogen werden. Die herangewachsenen, an die Versorgung durch Menschen gewöhnten Tiere verursachen in den Dörfern und Gemeinden mit zunehmender Größe Probleme. Insbesondere wenn es sich um Raubtiere wie z.B. Jaguar oder Puma handelt, kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Aus diesem Grund bringen die Anwohner verstärkt Wildtiere zu den Parkverwaltungen, damit sie dort versorgt und in ihren natürlichen Lebensraum zurück gebracht werden.

Die Parkverwaltungen sind darauf nicht vorbereitet und verfügen über keine adäquate Infrastruktur um die Tiere stufenweise an ein Leben in freier Wildbahn zu gewöhnen. Das einzige, was die Parkverwaltungen machen können, ist die Tiere in die Außenposten der Parks zu bringen um sie dort in die freie Natur auszusetzen. Mit wenig aggressiven Tierarten wie Tapir, Wildschwein, Rotwild, Affen und Ameisenbären funktioniert diese Vorgehensweise mit Einschränkungen, für Raubtiere wie Jaguar (Pantera onca), Puma (Puma concolor), Ocelote (Leopardos pardales), Tigrecillo (Oncifelis geoffroyi) ist diese Handhabung aber nicht möglich.

Das beabsichtigte Projekt einer Wiedereinwilderungsstation will diese Situation verbessern und speziell einen Raum für die genannten Raubtiere bereitstellen. Die Tiere werden dort fachkundig betreut und in Stufen an ein Leben in ihrer natürlichen Umwelt gewöhnt.

2. Projektsbeschreibung 

Errichtet werden soll eine Wiedereinwilderungsstation für in Gefangenschaft geratene Wildtiere. Das Ziel ist, dass die aufgenommenen Wildtiere in einem geschützten Raum unter fachkundiger Betreuung wieder an ein Leben in freier Wildbahn gewöhnt werden.

Der Wiederauswilderungsprozess gestaltet sich in folgende Schritte:

  1. Die, von den Parkverwaltungen, Jägern oder Anwohnern zur Station gebrachten Wildtiere, werden zur Beobachtung in einem Quarantänebereich untergebracht. Dort werden sie wenn nötig medizinisch versorgt und auf ansteckende Krankheiten untersucht.
  2. Sind die Tiere gesund und zeigen kein auffälliges Verhalten, verlassen sie den Quarantänebereich und leben in einem umzäunten Waldbereich von ca. 10.000 m2, wo sie unter ständiger Beobachtung stehen. Ziel ist es, dass die Tiere lernen, sich in natürlicher Wildbahn selbst zu versorgen.
  3. Ist die zweite Stufe erfolgreich abgeschlossen, werden die Tiere in einen isolierteren Waldbereich umgesiedelt, der ebenfalls ca. 10.000 m2 groß und eingezäunt ist. Die Beobachtung in dieser Stufe ist sporadisch - das Ziel ist, dass die Tiere sich der menschlichen Präsenz entwöhnen und sich ausschließlich selbst versorgen.
  4. Der letzte Schritt ist die Identifizierung von Naturräumen in den Naturschutzparks Pilón Lajas und Madidi, wo die Tiere dann endgültig in die freie Wildbahn ausgesetzt werden.

Die Wiederauswilderungsstation wird ca. 12 km von Rurrenabaque entfernt aufgebaut. Es ist eine Privatinitiative die von der Verwaltung des Naturschutzgebiets Pilón Lajas unterstützt wird. Die Station ist insbesondere für aggressive Tierarten wie Jaguar (Pantera onca), Puma (Puma concolor), Ocelote (Leopardos pardales), Tigrecillo (Oncifelis geoffroyi) vorgesehen. Des Weiteren ist mit weniger gefährlichen Tierarten wie Tapir, Wildschwein, Rotwild, Affen und Ameisenbären zu rechnen.

2.1 Infrastruktur
Erstellung eines Quarantänebereichs der aus zwei eingezäunten Räumen von je 2 x 4 Metern besteht. In jedem Bereich ist ein Schutzraum für die Tiere installiert. Im Quarantänebereich werden die Tiere beobachtet, auf ansteckende Krankheiten untersucht und wenn nötig medizinisch behandelt.

Geplant ist, zwei Waldstücke von jeweils ca. 10.000 m2 einzuzäunen. In diesen Bereichen werden die Tiere stufenweise an das Leben in freier Wildbahn gewöhnt. Die einzelnen Flächen werden mit einem zwei Meter hohen Drahtzaum geschlossen, es werden insgesamt ca. 800 Meter Zaun benötigt.

Der Station ist ein Informationszentrum angegliedert, dass Büro und Lagerräume beinhaltet. Das Zentrum hat die Funktion, die Arbeit der Station an ein interessiertes Publikum in aufgearbeiteter Form weiterzugeben und die gesammelten Daten zu systematisieren. In dem angeschlossenen Büro und Lagerraum befindet sich die Verwaltung der Station.

2.2 Austattung

  • Betäubungsgewehr
  • Photovoltaisches System für die Stromversorgung der Station
  • Büromaterialien
  • Medikamente
  • Grundbudget für laufende Kosten, insbesondere der Tierernährung

    2.3 Betrieb der Station
    Betreiber der Wiedereinwilderungsstation ist eine Privatperson, die die Station eigenverantwortlich bewirtschaftet. Das Naturschutzgebiet Pilón Lajas hat ein großes Interesse an der Station und unterstützt ihren Betrieb. Die beantragten Mittel sind eine Impulsinvestition um die erforderliche Infrastruktur zu erstellen, die einen erfolgreichen Betrieb der Auswilderungsstation ermöglichen. Der Kostenansatz für die Betreuung eines Jaguars oder eines erwachsenen Pumas liegen bei ungefähr 1.700 $US jährlich - dieser Wert ergibt sich aus Recherchen in einschlägiger Literatur.

    Die angegebenen Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

  • Ernährung der Tiere
  • Instandhaltung der Infrastruktur
  • Medikamente
  • Personal
  • Medizinische Versorgung
  • Operative Kosten (Transport, Büromaterial)

3. Budget

 

Beschreibung Menge Kosten/Stück ($US) Gesamt ($US) Gesamt (€)
Drahtzaun 800 x 2 m 1.600 (800) 1 x 1 m: 1,80 (3,60) 2.880 2.000
Pfosten für Drahtzaun 300 2 600 500
Quarantänestation 1 250 250 208
Informationszentrum 1 1.500 1.500 1.250
Photovoltatik-System 1 500 500 417
Türen für das Gehege 1 150 150 125
Betäubungsgewehr 1 250 250 208
Medikamente 1 50 50 42
Grundbudget     300 250
Gesamt     6.480 5.400

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