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Projekte in Südamerika

Wildtierstation

2008

Torstens Augen zeigen ein typisches Leuchten - wie immer, wenn etwas funktioniert und die geleistete Arbeit erste Erfolge sichtbar werden lässt.

Der Besuch auf unserem Stationsgelände war wieder so ein "strahlender" Moment. Es ist einfach gigantisch und umwerfend: die riesigen Bäume, der scheinbar undurchdringliche Urwald und das alles auf unserem 400 Hektar großen Stationsgelände.

Die Anfahrt, wie immer in der Regenzeit, nicht ganz einfach. Der Jeep von Carlos quält sich per Allrad durch tiefe Schlammpfützen. Aber wir kommen durch. Kleine, vom Wind umgestürzte Bäume, sind schnell mit ein paar Machetenschlägen aus dem Weg geräumt. Für die 16 Kilometer von Rurre hierher brauchen wir fast eine Stunde. Dann endlich erreichen wir das etwas höher gelegene, überflutungsichere Gelände - das Stationszentrum. Ricardo und seine Famile, die im Refugio leben und über die Bäume und Ausrüstung wachen, begrüßen uns herzlich. Wir ruhen kurz aus und gehen dann die ersten fertigen Gehege anschauen. 10.000 Quadratmeter sind bereits umzäunt, 10.000 Quadratmeter aufgeteilt in vier seperate Sektionen. Insgesamt sind 32 Rollen Draht á 25 Meter im Urwald verbaut worden. Carlos erklärt im Detail, wie das vonstatten gegangen ist. Nur wenn man selbst hier vor Ort ist, kann man begreifen, welche Anstrengungen nötig waren, um das Geplante zu realisieren. Zuerst wird in der Linie des zukünftigen Zaunes der Urwald gesäubert, quasi ein Weg angelegt. Dabei wurden auch alle Wurzeln soweit wie möglich entfernt, damit sie später nicht die Zaunsfelder aushebeln. Alle drei Meter mussten Löcher für die Vielzahl von Zaunspfählen ausgehoben werden. Die Pfähle werden nicht gekauft, sondern direkt an Ort und Stelle zugesägt. Zum Anrühren des Zementes benötigt man jede Menge Wasser. Jenes brachte man per Jeep aus der vier Kilometer entfernten Lagune mit Hilfe eines 300 Liter Fasses zur Baustelle, usw, usw.

"Es gibt viel zu tun - packen wir´s an!" - Horbach-Werbung, die uns hier in den Kopf schießt - leider fehlen die komplett gefüllten Regale gleich um die Ecke. Uns treibt schon das einfache Laufen den Schweiß aus allen Poren, das wiederum zieht eine Unmenge von Insekten an. Carlos meint noch lapidar, dass er seit Beginn der Arbeiten immer Schlangenserum in der Werkstatthütte bereit hält...

Wir sind hin und weg! Alle abgesprochenen Arbeiten wurden durchgeführt, die Abrechnung ist auf´s Peinlichste genau. Ein wenig haben wir ein schlechtes Gewisen. Das Projekt Regenzeit e.V. ist zwar der Geldgeber, doch die Arbeitsleistung von Carlos ist bisher kein Kostenfaktor in unser Kakulation. Das sollte sich in Zukunft ändern. Am Nachmittag begutachten wir noch das fertig zugeschnittene Baumaterial für das neue Interpretationszentrum. Wir planen mit Carlos etwas um. Das Zentrum wird nun 4 mal 8 Meter - größer als ursprünglich geplant. Die erste Ebene wird 80 cm über dem Boden gebaut. Das ist hier so üblich und schützt vor Insekteninvasionen. Neu ist, dass ein Zwischenboden unter dem Dach eingezogen werden soll. Im Untergeschoss findet das Interpretationzentrum seine Räume: ein kleines Büro mit absolut insektensicheren Bereichen wird eingerichtet. Im großen Raum sollen Infotafeln, Schaukästen und eine kleine Bibliothek mit Sitzecke Platz finden. Unter dem Dach wird es für max. 8 Besucher eine einfach ausgestattete Übernachtungsmöglichkeit geben. Eine kleine Veranda mit Urwaldblick macht das Leben leichter. Immerhin soll über unsere Besucher in Zukunft ein Großteil der Station finanziert werden! Ein weiteres, etwas kleineres Haus wird in der Nähe entstehen, als Unterkunft für Volontäre (max. 3 Plätze) und die einheimischen Tierpfleger. Die schon vorhande Küche wird etwas ausgebaut (z. B. Brennmaterial sparende Öfen) und vergrößert.

Themen, die wir in den nächsten Tagen besprechen, planen, skizzieren und kalkulieren:

  • verbesserte und angepasste Quarantänestation für neu aufgenommene Tiere
  • Transportmittel von/nach Rurrenabaque (Anschaffung eines kleinen geländegängigen Motorrades)
  • Um- und Ausbau des Küchenbereiches
  • Recherche zu einer optimalen Toilettenvariante
  • Neubau einer Unterkunft für Personal und Volontäre
  • Instalation einer eigenen Telefonanlage (Antenne)
  • Anschaffung der Solarpaneelen (auch für Laptop geeignet)
  • Internetpräsentation der Station
  • Verbesserung der Gehege für besonders gefährliche Tiere
  • eigene Futtertiernachzuchten
  • Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung der Urwaldbäume/-pflanzen (Früchte, Samen)
  • Medizinische Hilfe für die benachbarte Gemeinde Carmen Soledat
  • usw...

Detalierte, monatlich aktualisierte Informationen zum Arbeitsstand und zur Eröffnung sind ab Mai 2008 auf der stationseigenen Homepage www.refugio-jaguarete-rurre.com zu finden.

v.l.n.r.: Ilka Sohr und Carlos Espinosa auf der Urwaldbaustelle (Baumaterial für das Interpretationzentrum) | Torsten Roder und Carlos Espinosa: 32 Rollen á 25 Meter sind für die ersten Käfige bereits verbaut worden - Höchstleistung im Urwald | Absprachen, Planungen, Nutzungskonzepte, auf dem Stationsgelände | Zufahrt zur Station - in der Regenzeit mit Baumaterial unmöglich